Neuronale Notizen vom 26. August 2025

Neuronale Notizen vom 26. August 2025

Einleitung

Wie verändert KI unseren Alltag – auch da, wo wir es nicht merken? Wer profitiert am meisten – und wer zahlt am Ende die Rechnung? Was, wenn aus KI-Wettlauf ein KI-Kollaps wird?

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsversprechen mehr – sie ist mitten unter uns. Sie schreibt, sie spricht, sie entscheidet, sie verklagt – und manchmal schleicht sie sich sogar heimlich in YouTube-Videos. Diese Woche zeigt: KI ist nicht nur eine Technologie, sondern ein Machtfaktor, ein Bildungsexperiment, ein Politikum. Und manchmal auch ein ziemlich teurer Bluetooth-Kopfhörer.

Forschung & Entwicklung

From fear to fluency: what our students learned when they used AI across an entire course

Vorbei sind die Zeiten, in denen Schüler ChatGPT nur heimlich für Hausaufgaben nutzten. An einer australischen Universität wurde der Spieß umgedreht: ein Kurs, in dem die Studierenden KI ganz offiziell und systematisch einsetzen sollten. Das Ziel? Verstehen, wie man mit KI arbeitet – statt vor ihr zurückzuschrecken. Das Ergebnis? Überraschend menschlich. Die anfängliche Skepsis wich Neugier, dann kam Frustration, dann – so etwas wie Symbiose. Die Studierenden lernten nicht nur, bessere Prompts zu schreiben (also präzisere Anfragen an die KI), sondern auch, ihre eigenen Denkprozesse zu reflektieren. KI als Spiegel statt Ersatz: eine spannende Lektion für Bildung und Gesellschaft. Und vielleicht auch eine Mahnung: Wer KI nur als Abkürzung versteht, verpasst den eigentlichen Lernprozess.

Klingt verrückt? Willkommen in der neuen Normalität.


Trump Embraces Socialism, Nationalizes Failing Chipmaker

Ein republikanischer Präsident, der ein Unternehmen verstaatlicht? Willkommen in der post-ironischen Ära der Wirtschaftspolitik. Ausgerechnet Donald Trump soll laut einem Bericht die Übernahme eines angeschlagenen US-Chipherstellers durch den Staat angestoßen haben – mit dem Ziel, die nationale KI-Infrastruktur zu sichern. Denn Chips sind das Herz der KI, und die Kontrolle darüber ist geopolitisch Gold wert. Das Narrativ: KI-Souveränität first, Marktlogik später. Ob das nur ein Wahlkampfmanöver ist oder der Beginn einer neuen Industriepolitik, bleibt offen. Aber klar ist: Wer KI will, braucht Chips. Und wer Chips will, braucht Macht. Die Frage ist nur: Wer zahlt dafür – und mit welchem Preis?

Ob das gutgeht? Das entscheidet nicht nur die Technik.

Quelle: Futurism AI

Modelle & Unternehmen

Grokl ohne iPhone-Integration: Musks xAI verklagt Apple und OpenAI

Elon Musk ist sauer. Wieder einmal. Diesmal geht es um Apples neue KI-Partnerschaft mit OpenAI – und um das, was fehlt: Grokl, die KI von Musks Firma xAI, hat keinen Platz auf dem iPhone bekommen. Die Folge: eine Klage. Der Vorwurf: Apple und OpenAI würden den Markt abriegeln und Wettbewerber bewusst ausschließen. Der Fall ist ein Paradebeispiel für den neuen Plattformkrieg: Wer kontrolliert die Schnittstelle zum Nutzer, kontrolliert auch, welche KI überhaupt gehört wird. Ironie am Rande: Musk war einst Mitgründer von OpenAI – heute ist er ihr lautester Kritiker. Aus Idealismus oder verletztem Ego? Vielleicht beides. Vielleicht zeigt dieser Streit aber auch: KI ist nicht nur Technologie, sondern Macht – und Macht wird selten freiwillig geteilt.

Klingt verrückt? Willkommen in der neuen Normalität.

Quelle: Heise KI


This website lets you blind-test GPT-5 vs. GPT-4o—and the results may surprise you

GPT-5 oder GPT-4o – welches Modell ist wirklich besser? Eine neue Website lädt zum Blindtest ein: Nutzer bekommen KI-Antworten, ohne zu wissen, welches Modell dahintersteckt. Das Ergebnis? Oft überraschend. Viele tippen falsch. Ein Beweis dafür, wie stark unser Urteil von Labels beeinflusst ist – und wie schwer es ist, Qualität objektiv zu messen. Es zeigt auch: Die Unterschiede zwischen den Generationen sind subtiler geworden. Vielleicht ist der nächste große Sprung nicht mehr die Rechenkraft, sondern die Wahrnehmung. Wer entscheidet, was „besser“ ist – der Algorithmus, der Nutzer oder das Marketing?

Ob das gutgeht? Das entscheidet nicht nur die Technik.

Quelle: VentureBeat AI

Gesellschaft & Politik

Kabelfernsehen: Vodafone vor deutschlandweiter TV-Frequenz-Umstellung

Was hat KI mit Kabelfernsehen zu tun? Auf den ersten Blick wenig – auf den zweiten eine ganze Menge. Vodafone will die Frequenzen im Kabelnetz umkrempeln, um mehr Platz für schnelleres Internet zu schaffen. Der Grund: Datenhunger. Und der wächst nicht zuletzt durch KI-Anwendungen, Streaming und smarte Geräte. Fernsehen wird verdrängt, Bits gewinnen. Ein symbolischer Wandel – von der linearen Unterhaltung zur algorithmischen Echtzeit. Für Nutzer heißt das: Sendersuchlauf statt Sofaabend. Für die Infrastruktur: KI braucht Bandbreite, und Bandbreite braucht Umbau. Die Frage: Wer wird zuerst müde – der Fernsehzuschauer oder das Netz?

Klingt verrückt? Willkommen in der neuen Normalität.

Quelle: Golem


Silicon Valley is pouring millions into pro-AI PACs to sway midterms

Wenn Algorithmen wählen könnten – würden sie Kandidaten bevorzugen, die ihnen mehr GPU-Zeit versprechen? In den USA fließen derzeit Millionen in sogenannte „pro-AI PACs“ – politische Aktionskomitees, die gezielt für KI-freundliche Gesetzgebung werben. Hinter dem Namen „Leading the Future“ steckt eine PR-Offensive, die Politiker fördern will, die der Branche wohlgesonnen sind. Kritiker sehen darin Lobbyismus mit futuristischem Anstrich. Demokratische Willensbildung oder digitaler Machtausbau? Vielleicht beides. Sicher ist: Wer die Regeln für KI bestimmt, bestimmt auch die Richtung der Gesellschaft. Und die wird längst nicht mehr nur im Parlament, sondern auch im Rechenzentrum geschrieben.

Ob das gutgeht? Das entscheidet nicht nur die Technik.

Quelle: TechCrunch AI

Generative KI

Generative Audio-KI

The rise of humanlike chatbots detracts from developing AI for the human good

Sie klingen wie Menschen, sie reden wie Menschen – aber handeln sie auch im Sinne der Menschen? Die Kritik an menschenähnlichen Chatbots nimmt zu. Statt sich auf echte gesellschaftliche Probleme zu konzentrieren, stecken viele Entwickler ihre Energie in möglichst charmante KI-Stimmen. Das klingt vielleicht nett, lenkt aber ab: von KI in der Medizin, in der Bildung, im Katastrophenschutz. Der Vorwurf: Wir bauen digitale Smalltalk-Künstler, während echte Hilfe auf der Strecke bleibt. Vielleicht sollten wir uns fragen: Muss eine KI uns imitieren, um uns zu helfen – oder reicht es, wenn sie einfach nützlich ist?

Klingt verrückt? Willkommen in der neuen Normalität.

Generative Video-KI

YouTube secretly tested AI video enhancement without notifying creators

Ein Algorithmus verbessert klammheimlich Videos auf YouTube – und niemand sagt den Urhebern Bescheid. Klingt nach Science-Fiction, ist aber Realität. Google hat eingeräumt, mit einer KI-gestützten Video-Optimierung zu experimentieren. Farbkorrektur, Schärfe, Kontraste – alles automatisch. Das Problem: Die Creator wussten nichts davon. Einige merkten nur, dass „etwas seltsam“ aussah. Ein Fall von digitaler Bevormundung? Oder ein Vorgeschmack auf die Zukunft, in der KI nicht nur Inhalte generiert, sondern auch heimlich verändert? Die Frage bleibt: Wem gehört ein Werk, wenn es die Plattform heimlich optimiert?

Ob das gutgeht? Das entscheidet nicht nur die Technik.

Quelle: Ars Technica AI

Fazit

KI ist kein Werkzeug mehr – sie ist ein Akteur. Sie entscheidet mit, sie streitet mit, sie verändert unsere Sprache, unsere Politik, unser Netz. Zwischen Bildungsexperiment und Gerichtssaal, zwischen Wahlkampf und Wohnzimmer zeigt sich: Die wirklich spannende Frage ist nicht, was KI kann – sondern was wir aus ihr machen. Oder sie aus uns?

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