Wenn Disney zu wenig Daten hat – wer hat dann genug?
Wie viel KI-Hype ist Marketing und wie viel echte Revolution? Brauchen wir wirklich KI für alles – oder nur für das Richtige?
Heute geht es um Datenhunger, Wirtschaftspläne mit KI und um eine App, die fürs Mithören zahlt. Und um Disney – ja, Disney! – dem angeblich die Daten für gute KI-Videos fehlen. Willkommen im Zeitalter, in dem selbst Micky Maus mehr Input braucht.
Forschung & Entwicklung
Lass Dich für 15 Cent abhören! App (ver)kauft Telefonaufnahmen für KI-Training
Die US-App „Neon“ zahlt Nutzern Geld – nicht fürs Telefonieren, sondern fürs Mithören. Wer zustimmt, dass seine Gespräche aufgenommen werden, bekommt 15 bis 30 Cent pro Minute. Die Aufnahmen landen nicht etwa im Archiv, sondern werden zum Training von Sprach-KI weiterverkauft. Besonders interessiert man sich für „natürliche“ Sprache: Dialekte, Emotionen, Alltagsthemen. So sollen KI-Modelle künftig besser mit echten Gesprächssituationen umgehen können.
Ob Nutzer wirklich verstehen, was sie da freigeben, ist fraglich. Und ob wir bald mit Maschinen sprechen, die Omas Kaffeeklatsch imitieren können, ebenso.
Quelle: Heise KI
Modelle & Unternehmen
Vietnam will mit KI durchstarten – und NVIDIA hilft kräftig mit
Vietnam macht Ernst: Auf dem „NVIDIA AI Day“ in Ho-Chi-Minh-Stadt kündigte das nationale Innovationszentrum an, Künstliche Intelligenz zum Motor der Wirtschaft machen zu wollen. NVIDIA, der Chip-Riese aus den USA, unterstützt das mit Technologie, Trainingsprogrammen und Partnerschaften.
Ziel ist laut Regierungsvertretern eine „digitale Renaissance“ – von smarter Landwirtschaft über KI-gestützte Industrie bis zur Ausbildung einer neuen Entwicklergeneration. Vietnam setzt auf KI nicht als Spielerei, sondern als strategisches Werkzeug für Wachstum. Eine Art Silicon Valley mit Pho-Suppe?
Quelle: NVIDIA Blog
Gesellschaft & Politik
Frequenzen für Festivals? Sorry, jetzt fürs Militär – mit KI an Bord
Im Raum München hat die Bundesnetzagentur Funkfrequenzen an die Bundeswehr übergeben – konkret den Bereich 470 bis 510 MHz. Der wurde bislang etwa für drahtlose Mikrofone bei Veranstaltungen genutzt. Jetzt geht’s um „Verteidigungsfähigkeit“, und ja, auch KI spielt dabei eine Rolle.
Moderne Militärtechnik nutzt maschinelles Lernen zur Zielerkennung, Kommunikation oder autonomen Steuerung. Die Frequenzvergabe zeigt: Auch in der Verteidigung wird KI nicht nur mitgedacht, sondern aktiv eingebaut. Ob das bedeutet, dass künftig Drohnen besser zuhören können als Konzertbesucher?
Quelle: Golem
Generative KI
Selbst Disney hat angeblich nicht genug Trainingsdaten für ein gutes Videomodell
Wenn ein Mediengigant wie Disney mit seinen endlosen Archiven an Filmen und Serien zu wenig Daten hat, um ein KI-Videomodell zu trainieren – wer dann? Genau das berichtet „The Decoder“ über die Zusammenarbeit zwischen dem Filmstudio Lionsgate und dem Start-up Runway, bekannt für KI-generierte Videos.
Das Problem: KI-Systeme wie Runway Gen-2 brauchen Unmengen an Videomaterial, das detailliert beschrieben ist – also z. B. „Hund läuft durch sonnigen Park, Kamera fährt langsam nach links“. Solche Daten sind rar, teuer oder urheberrechtlich heikel.
Ohne diese Daten bleibt die Vision vom „Text zu Film“-Generator auf Netflix-Niveau erstmal in der Warteschleife. Und vielleicht müssen wir doch noch ein paar Jahre warten, bis wir unseren eigenen Pixar-Film mit einem Prompt basteln können.
Quelle: The Decoder
Fazit
Wenn sogar Disney am Datenlimit kratzt, wenn Apps unsere Stimmen kaufen und Staaten KI als Wirtschaftsdünger einsetzen – dann stellt sich eine Frage: Ist die Zukunft der KI eine Frage der Rechenleistung oder der Rechteklärung? Vielleicht beides. Oder wir fragen bald eine KI, wie man das besser löst.

