Von Schwarzwald bis Hollywood: KI mischt überall mit
Was passiert, wenn kleine Startups plötzlich die Tech-Giganten überholen? Werden große Sprachmodelle bald so selbstverständlich wie Smartphones?
Eine deutsche KI-Firma peilt Milliarden an, Apple versucht mit Siri wieder Anschluss zu finden und in Hollywood klopfen KI-Filmemacher an die Studiotüren. Die Frage ist nicht mehr, ob KI die Welt verändert – sondern wer das Tempo vorgibt.
Forschung & Entwicklung
Erst gut 1 Jahr alt: Dieses deutsche KI-Startup soll bald 4 Milliarden wert sein
Black Forest Labs – der Name klingt nach gemütlichem Wanderweg, doch das Startup aus Freiburg marschiert im Eiltempo Richtung Weltspitze. Gegründet im August 2024, knackte das Unternehmen noch im selben Jahr die Milliardenbewertung. Jetzt steht offenbar eine neue Finanzierungsrunde an, die den Wert auf vier Milliarden US-Dollar treiben könnte. Das Geheimnis: eine eigene KI-Plattform, die besonders energieeffizient und datensparsam arbeitet. In Zeiten von Klimakrise und Datenschutz-Debatten ein Verkaufsargument mit Wumms.
Quelle: t3n Magazine
Modelle & Unternehmen
KI-Dienstleistungen: Die Revolution bleibt vorerst aus
Viele Investoren hatten gehofft, dass KI den Dienstleistungssektor im Sturm erobert – von Anwaltskanzleien bis Steuerberatung. Doch aktuelle Analysen zeigen: Der Wandel verläuft zäher als gedacht. Zwar gibt es Fortschritte bei KI-gestützter Textanalyse oder automatisierten Chatbots, aber der menschliche Faktor bleibt in vielen Branchen (noch) unverzichtbar. Die Vision vom vollautomatisierten Büroalltag? Vielleicht eine Spur zu optimistisch – zumindest für den Moment.
Quelle: TechCrunch AI
Apple testet neue KI-Siri – aber nur intern
Apples Sprachassistentin Siri soll endlich intelligenter werden – doch die Aufrüstung verläuft heimlich. Unter dem Codenamen „Veritas“ testet Apple derzeit intern einen KI-Chatbot, der Siri künftig auf ein neues Level heben soll. Der Rückstand zu GPT & Co. ist deutlich, und Apple will offenbar keine halbgare Version veröffentlichen. Der Plan: Weniger „Wie ist das Wetter?“ – mehr echtes Verstehen von Kontext und Absicht. Ob Veritas wirklich die Wahrheit bringt? Noch ist sie streng geheim.
Quelle: The Verge AI
Gesellschaft & Politik
Netze statt Raketen: KI-Drohnen für die Bundeswehr
Statt Zerstörung setzt die Bundeswehr künftig auf sanfte KI-Power: Mit den neuen Netzdrohnen von Argus Interception sollen feindliche Fluggeräte abgefangen werden – ohne Explosion, ohne Trümmer. Die KI analysiert Flugbahnen in Echtzeit, berechnet optimale Abfangwinkel und koordiniert die Drohnenflotte autonom. Ein bisschen wie Spiderman im Tarnanzug – nur mit Serververbindung. Technologisch beeindruckend, aber auch ein Vorgeschmack auf automatisierte Kriegsführung à la 21. Jahrhundert.
Quelle: Golem
Generative KI
Hollywood ruft – und KI will Regie führen
KI will ins Kino: Immer mehr Startups und Kreativschmieden versuchen, mit generativer KI den Sprung auf die Leinwand zu schaffen. Mit Tools wie Runway, Sora oder ElevenLabs entstehen bereits Kurzfilme, bei denen nicht nur die Bilder, sondern auch Stimmen und Musik KI-generiert sind. Das Ziel: Filmproduktion schneller, günstiger – und manchmal auch verrückter zu machen. Doch Hollywood bleibt skeptisch. Zwischen Urheberrecht, Schauspielergewerkschaften und kreativer Kontrolle ist der Weg zur Oscar-Reife noch steinig. Vielleicht gibt’s bald eine neue Kategorie: „Bester Algorithmus im Hauptprogramm“?
Quelle: The Verge AI
Fazit
Ob Schwarzwald-Startups, Siri-Reanimation oder KI-Kurzfilme: Die KI-Welle rollt – aber nicht immer in gerader Linie. Mal schäumt sie über vor Euphorie, mal plätschert sie gegen die Grenzen der Realität. Vielleicht ist genau das der Reiz: Wir wissen nicht, wohin sie uns trägt – aber zurück ans Ufer will keiner mehr.

