Neuronale Notizen vom 07. Oktober 2025

Neuronale Notizen vom 07. Oktober 2025

KI zum Selberbauen, zum Schützen – und vielleicht bald mit Werbung?

Wie viel Kontrolle geben wir auf, wenn KI uns besser kennenlernt? Und wo endet Personalisierung – und beginnt Manipulation?

Ob Schutz vor Quantencomputern oder KI-Baukasten für jedermann: Diese Woche zeigt, wie unterschiedlich künstliche Intelligenz unsere digitale Zukunft formen kann. Zwischen Datenschutz, Geschäftsmodellen und kreativen Werkzeugen stellt sich immer wieder die Frage: Wer steuert hier eigentlich wen?

Forschung & Entwicklung

ChatGPT Pulse: Lieblingsfunktion mit Werbe-Fragezeichen

OpenAI-Chef Sam Altman hat sich beim DevDay zu seinem neuen Liebling geäußert: ChatGPT Pulse. Die Funktion soll Nutzer:innen eine personalisierte ChatGPT-Erfahrung bieten – quasi eine KI, die mitdenkt, was dir wichtig ist. Werbung? Aktuell nicht geplant. Aber Altman schließt es auch nicht aus.

Pulse ist ein Versuch, ChatGPT persönlicher und hilfreicher zu machen. Doch je mehr die KI über uns weiß, desto attraktiver wird sie für Werbetreibende. Ein digitales Tagebuch, das uns versteht – oder verkauft?

Quelle: The Verge AI


Modelle & Unternehmen

AgentKit: KI-Agenten zum Zusammenklicken

OpenAI hat auf seiner Entwicklerkonferenz ein neues Werkzeug vorgestellt: AgentKit. Damit können Unternehmen und Entwickler eigene KI-Agenten per Drag & Drop zusammenstellen – ganz ohne Programmierstudium. Ob Kundenservice, interne Tools oder Chatbots mit Spezialwissen: AgentKit soll die Lücke zwischen Idee und Umsetzung schließen.

Was früher Wochen dauerte, könnte bald ein Nachmittagsspaziergang durch den Baukasten werden. Aber: Wenn jeder sich seine eigene KI baut – wer kontrolliert dann noch, was sie tut?

Quelle: VentureBeat AI

Deloitte setzt auf Claude – trotz peinlichem KI-Fehltritt

Fast eine halbe Million Mitarbeitende bekommen Zugang zur Text-KI Claude – ein massiver KI-Rollout bei Deloitte. Das Unternehmen zeigt sich KI-begeistert, obwohl es kürzlich einen Bericht mit „Halluzinationen“ veröffentlichte – also erfundenen Fakten, die die KI für wahr hielt. Der Kunde bekam sein Geld zurück.

Ein teurer Reminder: Auch eine eloquente KI kann Unsinn erzählen. Vertrauen ist gut, aber ein menschliches Lektorat bleibt Pflicht – zumindest solange Claude noch zwischen Fakten und Fantasie schwankt.

Quelle: TechCrunch AI


Gesellschaft & Politik

Signal rüstet sich gegen Quanten-KIs

Der Messenger Signal führt eine neue Verschlüsselung ein – vorsorglich gegen Quantencomputer. Diese futuristischen Superrechner könnten eines Tages heutige Sicherheitsstandards knacken wie ein Taschenmesser eine Banane. Die neue Technologie nennt sich PQXDH (Post-Quantum Extended Diffie-Hellman) – klingt kompliziert, schützt aber schon heute vor den Gefahren von morgen.

Ein kluger Schritt – oder ein bisschen Science-Fiction-Paranoia? In jedem Fall zeigt es: Wer mit KI rechnet, muss auch mit ihrer dunklen Seite rechnen.

Quelle: t3n Magazine


Generative KI

Llama im Porträt: Metas offene Text-KI im Überblick

Meta stellt mit Llama ein frei nutzbares Sprachmodell zur Verfügung, das in der Welt der generativen KI für Aufsehen sorgt. Ob für Chatbots, kreative Texte oder Programmierhilfen – Llama kann vieles, was auch GPT kann, ist aber Open Source. Das heißt: Entwickler:innen dürfen es selbst trainieren, anpassen und in ihre Produkte integrieren.

Eine KI zum Mitnehmen also – aber mit Verantwortung. Denn Offenheit heißt auch: Jeder kann sie nutzen, auch für fragwürdige Zwecke. Ist Freiheit in der KI-Welt ein Geschenk – oder ein Risiko?

Quelle: TechCrunch AI


Fazit

Ob Baukasten, Schutzschild oder Werbeplattform – KI ist längst mehr als nur ein Tool. Sie ist ein Spiegel unserer Werte, Ängste und Ambitionen. Vielleicht sollten wir uns beim nächsten KI-Update nicht nur fragen, was sie kann – sondern auch, was sie mit uns macht.

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