Wenn Algorithmen sich übernehmen – und der Mensch zurückrudert
Wie viel KI-Hype ist echte Revolution – und wann wird’s einfach peinlich? Wer kontrolliert eigentlich, was KIs über die Realität behaupten dürfen?
Von mathematischen Luftnummern bis zu ethischen Grenzüberschreitungen in KI-generierten Videos: Heute zeigen sich die Schattenseiten künstlicher Intelligenz – aber auch, wie wichtig kritisches Hinterfragen bleibt. Denn nicht jede „smarte“ Entwicklung ist auch klug umgesetzt.
Forschung & Entwicklung
OpenAI rudert zurück: Mathematischer „Durchbruch“ war keiner
OpenAI-Forscher wollten mit einem neuen Ansatz das mathematische Denken von KI-Modellen revolutionieren – und feierten öffentlich einen großen Durchbruch. Das Problem: Die Fachwelt sah das ganz anders. Unter anderem DeepMind-Chef Demis Hassabis kritisierte methodische Schwächen und überzogene Schlussfolgerungen. OpenAI reagierte prompt – und zog die Behauptung zurück. Ein Paradebeispiel für: Selbst Super-KIs brauchen manchmal einen Realitätscheck.
Quelle: The Decoder
Modelle & Unternehmen
Google AI Studio: Mehr Freiheiten für KI-Entwickler
Google hat sein AI Studio aufpoliert – die Plattform, auf der Entwickler eigene KI-Anwendungen auf Basis von Googles Sprachmodellen basteln können. Die neuen Funktionen sollen mehr Kontrolle über Eingaben, Ausgaben und Modellverhalten ermöglichen. Wer also schon immer mal seinem eigenen Chatbot Manieren beibringen wollte: Jetzt ist die Gelegenheit. Google positioniert sich damit als Gegenstück zu OpenAIs GPT-Playground – nur eben mit dem Google-Stempel.
Quelle: Google AI Blog
Generative KI
KI-Videos mit Verstorbenen: Sora überschreitet ethische Grenzen
OpenAIs Video-KI Sora kann realistisch wirkende Filmclips aus Textbeschreibungen erzeugen – und genau das sorgt nun für Streit. Nutzer:innen erstellten Videos mit verstorbenen Persönlichkeiten wie Martin Luther King. Die Hinterbliebenen reagierten empört: Es sei respektlos, ohne Einwilligung das Bild ihrer Angehörigen zu verwenden. OpenAI will künftig den Zugriff auf bestimmte Inhalte einschränken. Die Technik ist beeindruckend – aber wo endet kreative Freiheit und wo beginnt digitaler Grabschmuck?
Quelle: t3n Magazine
Fazit
Ob überzogene Forschungsjubelrufe oder KI-generierte Videos mit Toten – manchmal wirkt es, als bräuchte die KI-Welt weniger Rechenpower und mehr Reflexion. Vielleicht sollten wir unseren Maschinen nicht nur beibringen, wie man rechnet oder zeichnet – sondern auch, wann man besser die Klappe hält.

