Neuronale Notizen vom 06. November 2025

Neuronale Notizen vom 06. November 2025

Gemini forscht tief, Google gräbt tiefer – und KI wird teurer

Wie viel Zugriff darf eine KI auf unsere Daten haben? Und wann wird aus KI-Fortschritt ein finanzielles Risiko?

Google öffnet seine KI Gemini für persönliche Daten, ein indisches Start-up nutzt GPT für Premium-Service, und die Deutsche Bank überlegt, wie sie mit KI-Investitionen nicht baden geht. Währenddessen tüfteln Entwickler an einem neuen Modell, das die Kosten für generative KI senken soll. Willkommen in der schönen neuen Welt der künstlichen Intelligenz – mit Zugriff auf alles, außer vielleicht auf unser Gewissen.

Forschung & Entwicklung

Gemini forscht jetzt auch in deinen E-Mails

Googles KI Gemini bekommt eine neue Superkraft: „Deep Research“ – also tiefgehende Recherche mit Zugriff auf persönliche Daten wie E-Mails, Drive-Dateien und Chatverläufe. Laut Google war das eine der meistgewünschten Funktionen. Die Idee: Wer einen längeren Report oder eine Analyse erstellen will, soll alle Infos aus seinem digitalen Leben direkt einfließen lassen können – von der Meetingnotiz bis zum Vertragsentwurf.

Aber wie „deep“ ist zu deep? Wenn eine KI unsere privaten Daten durchforstet, um bessere Antworten zu liefern, stellt sich schnell die Frage: Forscht sie für uns – oder über uns?

Quelle: The Verge AI


Modelle & Unternehmen

Google investiert Milliarden in deutsche KI-Infrastruktur

Der Suchmaschinenriese plant seine größte Investition in Deutschland – und zwar in Rechenzentren, die für KI-Anwendungen gerüstet sind. Zwei Anläufe hatte Google zuvor schon in Deutschland gestartet, beide scheiterten. Jetzt soll ein neuer Versuch die Cloud- und KI-Ambitionen des Unternehmens vorantreiben. Denn wo KI rechnet, braucht’s Strom, Server – und Platz.

Ob das Rechenzentrum bald auch deutsche Dialekte versteht? Oder wenigstens erkennt, dass „Moin“ ein ganztägiger Gruß ist?

Quelle: Golem

Mit GPT zum Premium-Kundenservice: Das Beispiel CRED

Das indische FinTech CRED setzt auf GPT-basierte Tools, um seine Kunden zu verwöhnen. Die KI hilft dabei, Support-Anfragen schneller und präziser zu beantworten – und das offenbar so gut, dass die Kundenzufriedenheit spürbar steigt. GPT analysiert Anliegen, schlägt Lösungen vor und lernt mit jedem Gespräch dazu.

Wenn KI der neue Concierge ist – was bleibt dann noch für den Menschen? Vielleicht der Smalltalk. Oder das Lächeln. Noch.

Quelle: OpenAI Blog


Gesellschaft & Politik

Deutsche Bank: KI-Investitionen werden zum Risiko

Die Deutsche Bank hat Milliarden in KI-Rechenzentren investiert – ein lukrativer, aber riskanter Markt. Denn die Nachfrage nach KI-Infrastruktur ist hoch, doch die Rentabilität hängt am seidenen Datenkabel. Jetzt sucht die Bank nach Wegen, das Risiko zu streuen, etwa durch Partnerschaften oder neue Finanzierungsmodelle.

Wenn selbst Banken Angst vor der KI-Blase haben – sollten wir dann nicht auch zweimal hinschauen, bevor wir auf „Akzeptieren“ klicken?

Quelle: Heise KI


Generative KI

CALM: Ein neues Modell für günstigere kreative KI

Generative KI ist beeindruckend – aber auch teuer. Die Modelle, die Bilder malen, Texte schreiben oder Musik komponieren, brauchen enorme Rechenleistung. Das kostet Unternehmen nicht nur Geld, sondern auch Nerven. Jetzt kommt „CALM“ ins Spiel – eine neue Modellarchitektur, die weniger Ressourcen verbraucht, ohne an Qualität zu verlieren.

Statt mit dem Vorschlaghammer der Supercomputer zu arbeiten, setzt CALM auf intelligentere Algorithmen. Das Ziel: Kreativität auf Knopfdruck – aber bitte klimafreundlich und bezahlbar.

Quelle: AI News


Fazit

Gemini liest jetzt mit, Banken zittern vor ihren eigenen KI-Wetten, und neue Modelle sollen die Kosten zähmen – willkommen im KI-Zirkus, in dem alles gleichzeitig größer, schneller und sensibler wird. Die Frage bleibt: Wer führt hier eigentlich Regie – der Mensch oder der Algorithmus mit Zugriff auf deinen Kalender?

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