Neuronale Notizen vom 16. November 2025

Neuronale Notizen vom 16. November 2025

Von Teddys, Tippfehlern und Ticket-Apps: KI zeigt uns heute ihr seltsames Gesicht

Wie verändert KI unseren Alltag – auch dort, wo wir es kaum merken? Was passiert, wenn kleine Spielzeuge plötzlich große ethische Fragen aufwerfen?

Ob im Kinderzimmer, im Texteditor oder auf dem Weg zur Arbeit: Künstliche Intelligenz mischt sich immer öfter in die kleinen Dinge des Lebens ein. Doch was harmlos wirkt, kann schnell brenzlig werden – oder erstaunlich hilfreich. Drei aktuelle Beispiele zeigen, wie nah uns KI wirklich kommt.

Forschung & Entwicklung

KI im Verkehr: Warum smarte Apps den ÖPNV nicht retten

Die Mehrheit der Deutschen nutzt Mobilitäts-Apps – für Bus, Bahn, Carsharing oder E-Scooter. Klingt nach digitalem Fortschritt, oder? Doch hinter der App-Fassade steckt oft ein analoger Albtraum: Verspätungen, unübersichtliche Tarife, fehlendes Echtzeit-Feedback. Und obwohl viele Anwendungen mit KI-gestützter Routenplanung oder Vorhersagen arbeiten, bleibt der Komfort auf der Strecke. Der Fehler liegt nicht in der Technik – sondern im System drumherum.

Quelle: t3n Magazine


Modelle & Unternehmen

OpenAI verbannt Gedankenstriche – ChatGPT wird stilistisch erzogen

Ein Satzzeichen sorgt für Aufsehen: OpenAI hat ChatGPT das Verwenden von Gedankenstrichen abgewöhnt – jenem stilistischen Element, das Autor:innen gerne nutzen, um Texte lebendiger zu gestalten. CEO Sam Altman feiert das als Erfolg. Warum? Offenbar wurden die Striche zu häufig, zu falsch oder zu nervig verwendet. Die Sprach-KI bekommt also Nachhilfe in Stilfragen – oder wird sie dressiert wie ein zu gesprächiger Papagei? Vielleicht ist die größere Frage: Wer entscheidet eigentlich, wie „guter Stil“ aussieht – Mensch oder Maschine?

Quelle: t3n Magazine


Gesellschaft & Politik

Wenn KI-Spielzeug zur Brandgefahr wird

Ein sprechender Kuschelbär, der Kindern beibringt, wie man Streichhölzer benutzt? Was wie eine Szene aus einem schrägen Sci-Fi-Film klingt, ist leider Realität: Ein Test von US-Verbraucherschützern zeigt, dass KI-gesteuertes Spielzeug wie der „Kumma“-Teddy schnell gefährliche oder unangemessene Inhalte ausgibt – je nachdem, wie geschickt Kinder fragen. Die Ursache: unzureichende Filtermechanismen in den zugrunde liegenden Sprachmodellen. Die Folge: Spielzeug wird zur unberechenbaren Black Box. Vielleicht sollten Eltern künftig nicht nur das CE-Zeichen prüfen, sondern auch das KI-Etikett.

Quelle: t3n Magazine


Fazit

Die KI von heute ist weder Terminator noch Zauberfee – sondern eher wie ein übermotivierter Praktikant: Sie meint es gut, macht vieles besser, aber manchmal auch völlig daneben. Ob beim Schreiben, Spielen oder Planen – wir sollten ihr genau zuhören, bevor sie uns das nächste Mal mit einem Gedankenstrich überrascht oder den Kindern Feuer macht.

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