Wenn KI Supercomputer erzieht und Wahlkämpfe entgleisen
Wie verändert KI unseren Alltag – auch da, wo wir es nicht merken? Was, wenn aus dem KI-Wettlauf ein KI-Kollaps wird?
Ob in Rechenzentren, Wahlkampfbüros oder auf dem Schlachtfeld – Künstliche Intelligenz mischt immer mehr Lebensbereiche auf. Heute werfen wir einen Blick auf neue Superrechner mit Gaming-Wurzeln, politische Machtspielchen rund um KI-Regulierung und die Frage, wie sich Kriegsführung durch generative Modelle verändert. Willkommen in der Zukunft, die schon gestern begonnen hat.
Forschung & Entwicklung
Von der Konsole zur Kernforschung: Wie Grafikkarten die Wissenschaft revolutionieren
Was einst als Chip für flüssigeres Gaming begann, ist heute das Herzstück moderner Supercomputer: Grafikprozessoren (GPUs) treiben nicht mehr nur Spiele an, sondern auch KI und Wissenschaft. NVIDIA spricht von einem „großen Umkehrpunkt“ – Rechenpower fließt nicht mehr von oben nach unten, sondern umgekehrt. Beschleunigtes Rechnen, also das clevere Kombinieren spezialisierter Hardware mit KI-Algorithmen, ermöglicht Simulationen, die früher Jahre gedauert hätten. Von Klimamodellen bis zur Molekularforschung – KI wird zum Laborassistenten der Zukunft.
Quelle: NVIDIA Blog
Supercomputer 2.0: Wenn Netzwerke denken lernen
Auf der Supercomputing-Messe SC25 stellte NVIDIA die nächste Generation seiner KI-Infrastruktur vor – darunter neue Netzwerkchips, Beschleuniger und sogar Quantencomputing-Ansätze. Besonders spannend: Die Verschmelzung von Physik und KI in sogenannten „AI Physics“-Projekten. Dabei lernen Maschinen, Naturgesetze nicht nur zu berechnen, sondern zu „verstehen“ – ein bisschen wie Einstein auf Speed. Der nächste große Sprung? Vielleicht ein Supercomputer, der nicht nur rechnet, sondern forscht wie ein Mensch.
Quelle: NVIDIA Blog
Modelle & Unternehmen
KI gegen Kandidaten: Der erste politische Schlagabtausch mit OpenAI-Unterstützung
Ein Super-PAC (eine Art politisches Spendenmonster) mit Unterstützung von OpenAI und dem Tech-Investor Andreessen Horowitz greift einen New Yorker Abgeordneten an – weil dieser sich für KI-Regulierung starkmacht. Willkommen im Wahlkampf 2.0, wo Lobbyismus mit KI-Power aufgeladen wird. Der betroffene Politiker, Alex Bores, lässt sich nicht einschüchtern: „KI-Sicherheit ist keine Bedrohung, sondern notwendig.“ Die Ironie: Dieselbe Technologie, die reguliert werden soll, wird nun genutzt, um gegen Regulierung zu kämpfen.
Quelle: TechCrunch AI
Rufschädigung durch KI: Google wehrt sich, Meta knickt ein
Ein Chatbot behauptet Dinge, die gar nicht stimmen – und plötzlich sieht sich Google einer Verleumdungsklage gegenüber. Der Kläger: ein politischer Aktivist, der von der KI mit schweren Vorwürfen in Verbindung gebracht wurde. Während Meta bereits einen ähnlichen Fall beigelegt hat, geht Google in die Offensive. Die zentrale Frage: Wer haftet, wenn ein KI-Modell Unsinn erzählt? Der Chatbot als digitaler Klatschonkel – und das Internet als Stammtisch mit globaler Reichweite.
Quelle: The Verge AI
Gesellschaft & Politik
Digitaler Souveränitätsgipfel: Europa will eigene KI stärken, bleibt aber vage
In Berlin versammelt sich die digitale Elite Europas zum „Souveränitätsgipfel“. Die Botschaft: Wir wollen unabhängiger von US-Konzernen werden – auch bei Künstlicher Intelligenz. Geplant sind Vorteile für europäische Firmen bei IT-Ausschreibungen. Der Haken: Wie genau diese „digitale Autonomie“ aussehen soll, bleibt unklar. Ein bisschen klingt es wie: „Wir bauen jetzt unser eigenes Internet – mit Blackjack und Datenschutz.“ Nur eben ohne konkreten Plan.
Quelle: Golem
Generative KI
Krieg der Daten: Wie generative KI das Schlachtfeld verändert
Kann ein Bildgenerator Kriege beeinflussen? Die neue Serie „The State of AI“ geht genau dieser Frage nach – und kommt zu einer beunruhigenden Antwort: Ja. Generative KI, also Systeme, die Inhalte wie Bilder, Videos oder Texte erzeugen, wird zunehmend in militärischen Kontexten eingesetzt. Von gefälschten Satellitenbildern über automatisch generierte Propaganda bis zu KI-generierten Sprachsynthesen für Deepfakes – die Kriegführung wird digitaler, schneller und schwerer durchschaubar. Der Feind von morgen? Ein Algorithmus mit Photoshop-Talent.
Quelle: MIT Tech Review AI
Fazit
KI ist längst nicht mehr nur ein Tool – sie ist Mitspieler, Strippenzieher und manchmal sogar Gegner. Ob auf dem Schlachtfeld, im Wahlkampf oder im Rechenzentrum: Wer heute noch glaubt, KI sei Zukunftsmusik, sollte besser hinhören – die Symphonie hat längst begonnen. Nur wer dirigiert sie?

