Wenn Bücher zurückreden und Bilder schneller denken
Was bedeutet Kreativität, wenn Maschinen Bücher erklären und Bilder malen? Werden KI-Modelle bald so selbstverständlich wie Taschenlampen auf dem Smartphone?
Heute werfen wir einen Blick auf zwei Seiten der KI-Revolution: Wie Amazon E-Books in sprechende Orakel verwandelt – und wie OpenAI seine Bild-KI zum Formel-1-Renner gemacht hat. Dazu: ein Seitenblick auf Macht, Medien und Maschinen.
Forschung & Entwicklung
Modelle & Unternehmen
Kindle bekommt KI-Fragefunktion – und die Literaturwelt runzelt die Stirn
Amazon hat der Kindle-App ein Update verpasst, das Leser:innen künftig ermöglicht, Fragen zu einem Buch direkt per KI beantworten zu lassen. Wie hieß nochmal der Nebencharakter mit dem Dackel? Einfach eintippen – die Maschine weiß Bescheid. Doch Autoren und Verlage wurden weder gefragt noch bezahlt. Die Funktion basiert auf KI-Modellen, die Inhalte aus den Büchern analysieren und zusammenfassen – ohne direkte Lizenzierung. Für viele ist das ein Déjà-vu aus der Musikindustrie: erst streamen, dann streiten.
Quelle: t3n Magazine
Silicon Valley, Trump und die KI-Elite: Eine unheilige Allianz?
Ein ausführlicher Bericht des US-Magazins The Verge beleuchtet, wie sich Teile der Tech-Szene – inklusive prominenter KI-Investoren – mit Donald Trump arrangieren. Der Artikel zeichnet ein Bild von einem Silicon Valley, das moralische Bedenken gegen politische Opportunität eintauscht. KI-Unternehmer wie David Sacks, der mittlerweile als „KI- und Krypto-Beauftragter“ im Weißen Haus agiert, spielen dabei eine zentrale Rolle. Zwischen Algorithmen und Allmachtsfantasien verschwimmt die Grenze zwischen Science-Fiction und Realpolitik.
Quelle: The Verge AI
Gesellschaft & Politik
Generative KI
OpenAI beschleunigt die Bild-KI: Neues Modell in ChatGPT ist schneller und exakter
OpenAIs neues Bildmodell für ChatGPT soll nicht nur bis zu viermal schneller arbeiten, sondern auch deutlich präzisere Ergebnisse liefern. Was das heißt? Wer einen Prompt wie „Ein Astronaut auf einem Einhorn im Stil von Van Gogh“ eingibt, bekommt jetzt nicht mehr nur ein buntes Durcheinander, sondern ein visuell stimmiges Kunstwerk – in Sekundenschnelle. Die neue Version versteht Anweisungen besser, erkennt Details genauer und soll damit insbesondere für Designer:innen, Werbetreibende und Hobby-Künstler:innen attraktiver werden. Die Zukunft der Kreativität könnte also bald aus der Cloud kommen – mit nur einem Satz als Pinselstrich.
Quelle: The Decoder
Fazit
Wenn KI Bücher erklärt, Bilder malt und Politik beeinflusst – was bleibt dann noch für uns? Vielleicht das Wichtigste: zu fragen, wer hier eigentlich wem dient. Oder wie es ein Algorithmus formulieren würde: „Möchten Sie diese Welt wirklich betreten?“

