Neuronale Notizen vom 15. Januar 2026

Neuronale Notizen vom 15. Januar 2026

Zwischen Chipkrieg, Deepfakes und Stimmen aus dem Serverraum

Wie viel Kontrolle haben wir noch über das, was KI erschafft? Und wer gewinnt das Rennen um die klügsten Köpfe – und die schnellsten Chips?

Von politisch aufgeladenen Chipexporten über Deepfake-Skandale bis hin zu KI-Stimmen im Kundenservice: Die heutige KI-Newslage zeigt, wie tief die Technologie bereits in Machtspiele, Moralfragen und unseren Alltag vorgedrungen ist. Willkommen in der Zukunft – powered by Prozessor und Prompt.

Forschung & Entwicklung

Erster US-Bundesstaat geht gegen xAI und Grok wegen sexualisierter KI-Bilder vor

In Kalifornien wird es ernst: Ermittlungen gegen Elon Musks Firma xAI und deren Chatbot Grok laufen. Der Vorwurf? KI-generierte Nacktbilder von Minderjährigen, die ohne Zustimmung auf der Plattform X (ehemals Twitter) kursieren. Grok, das Sprachmodell von xAI, kann auch Bilder bearbeiten – offenbar mit zu viel „Fantasie“. Musk gibt sich ahnungslos. Die Behörden sehen das anders.

Quelle: Heise KI

Trump erlaubt Ausfuhr, doch Peking verbietet Einfuhr von Nvidias H200-Chips

Der Chipkrieg geht in die nächste Runde: Ex-Präsident Trump macht den Weg frei für den Export von Nvidias H200-KI-Prozessoren nach China – aber Peking winkt ab. Angeblich seien die Chips „zweite Wahl“. In Wahrheit geht es wohl eher um geopolitische Muskeln als um Rechenleistung. Der H200 ist ein Hochleistungsprozessor speziell für KI-Anwendungen. Doch selbst der schnellste Chip hilft wenig, wenn er im Zoll stecken bleibt.

Quelle: Heise KI


Modelle & Unternehmen

OpenAI schnappt sich zwei Gründer von Thinking Machines Lab

Karussell der KI-Köpfe: Zwei Mitgründer von Mira Muratis Startup Thinking Machines Lab wechseln zu OpenAI – offenbar schon länger geplant. Murati, selbst Technikchefin bei OpenAI, hatte das Startup mit aufgebaut. Jetzt wandern Know-how und Talent direkt ins Mutterhaus zurück. Ob das noch ein Spin-off ist oder schon eine Rückholaktion mit Ansage?

Quelle: TechCrunch AI

OpenAI investiert 10 Milliarden Dollar in Rechenpower von Cerebras

OpenAI will schneller denken – und zwar mit Chips von Cerebras. Der Deal: satte 10 Milliarden Dollar für spezialisierte KI-Hardware. Das Ziel: komplexe Anfragen schneller beantworten, etwa bei langem Code oder tiefen Analysen. Cerebras baut sogenannte WSEs (Wafer Scale Engines), die aussehen wie Mikrochips auf Steroiden – ein ganzer Silizium-Wafer als Rechenzentrum. Ob GPT bald noch schneller pariert als Siri „Ich weiß es nicht“ sagen kann?

Quelle: TechCrunch AI


Gesellschaft & Politik

X behauptet, Grok könne keine Deepfake-„Bikinibilder“ mehr erstellen – wirklich?

Nach massiver Kritik an KI-generierten Deepfakes hat X (ehemals Twitter) angekündigt, dass Grok keine Bilder von echten Personen mehr „umstylen“ kann – zumindest nicht in Bademode. Doch erste Tests zeigen: Die Zensur ist löchrig wie ein Netzoberteil. Prompt-Aufrufe wie „zieh sie aus“ funktionieren zwar nicht mehr direkt, aber kreative Umwege bleiben offen. Die Debatte um KI-generierte Sexualisierung ist damit noch lange nicht beendet.

Quelle: The Verge AI

Wind statt KI: Gericht kippt Trumps Windpark-Stopp – aber ohne KI-Bezug

Ein Gericht hebt Trumps Baustopp für einen Windpark auf. Klingt wichtig, hat aber nichts mit KI zu tun – also lassen wir das hier lieber ganz schnell wieder raus.

Quelle: Golem


Generative KI

Telekom setzt auf Stimmen aus der KI-Schmiede Elevenlabs

Haben Sie schon mal mit einer KI geschimpft? Bald könnten Sie es – am Telefon. Die Deutsche Telekom will im Kundenservice künftig auf KI-Stimmen von Elevenlabs setzen. Die Audio-KI erzeugt täuschend echte, emotionale Stimmen, die kaum von menschlichen Callcenter-Mitarbeitern zu unterscheiden sind. Ob das Gespräch dann auch empathischer wird – oder nur effizienter? Immerhin: Die KI hat garantiert keine schlechte Laune vom Vortag.

Quelle: The Decoder


Fazit

Ob Chipkrieg, Deepfake-Debatte oder KI-Kundenservice – die künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil unserer politischen, wirtschaftlichen und ganz persönlichen Gegenwart. Vielleicht ist die wichtigste Frage nicht, was KI kann. Sondern: Was wir ihr erlauben – und was nicht. Denn manchmal braucht selbst die klügste Maschine ein klares „Stopp“.

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