Künstliche Intelligenz auf Kurs – vom Code bis zur Containerfahrt
Wann wird KI mehr als nur ein digitaler Helfer – und zum echten Kollegen? Bringt spezialisierte KI uns der „Allzweck-KI“ näher oder entfernt sie uns davon?
Die heutige KI-Lage zeigt: Es geht nicht nur ums große Ganze, sondern um präzise Werkzeuge für konkrete Aufgaben – sei es beim Programmieren, Navigieren oder Gründen. Zwischen Codex und Containerschiff wird klar: Die Zukunft der KI ist spezialisiert. Und trotzdem universell.
Forschung & Entwicklung
GPT‑5-Codex: OpenAI bringt spezialisiertes KI-Modell für Software-Profis
OpenAI hat mit GPT‑5-Codex eine neue Variante seines Sprachmodells vorgestellt – maßgeschneidert für die Welt der Programmierer. Der Codex-Agent soll nicht nur Code schreiben, sondern auch ganze Softwareprojekte verstehen, testen und verbessern können. Ob lokal auf dem Rechner, in der Cloud oder direkt auf GitHub: GPT‑5-Codex will ein echter Entwickler-Kollege sein – nicht bloß ein smarter Assistent.
Das Modell basiert auf GPT‑5, wurde aber gezielt mit technischen Daten und Entwicklerdokumentation trainiert. Ergebnis: Es versteht komplexe Anforderungen, erkennt Bugs und schlägt Verbesserungen vor. Ein bisschen wie ein digitaler Co-Pilot – nur ohne Kaffeepausen.
Quelle: The Decoder
Modelle & Unternehmen
KI-Gründerfieber: Diese neun Start-ups wollen den Markt aufmischen
Auf dem Y Combinator Demo Day, dem Olymp für Tech-Start-ups, standen dieses Mal KI-Ideen besonders im Rampenlicht. Neun Jungunternehmen zogen laut Investoren die größte Aufmerksamkeit auf sich – und alle setzen auf künstliche Intelligenz. Darunter: ein KI-Tutor für Schüler, ein KI-Copilot für Chirurgen und ein Modell, das automatisch Geschäftsideen generiert (ja, wirklich!).
Die Liste zeigt: KI ist nicht mehr nur Forschungsthema, sondern Geschäftsmodell. Und zwar in jedem Bereich – von Bildung bis Medizin. Ob jedes dieser Start-ups den Sprung vom Pitchdeck in die Realität schafft? Das bleibt die große Frage.
Quelle: TechCrunch AI
Gesellschaft & Politik
Software AG wird Software GmbH – aber was wird aus den Menschen?
Der traditionsreiche deutsche Softwarekonzern Software AG – einst Nummer zwei nach SAP – wird nach Übernahme durch den Investor Silver Lake umstrukturiert. Nun folgt eine Massenentlassung. Zwar steht KI nicht im Mittelpunkt dieser Entscheidung, doch sie spielt im Hintergrund eine Rolle: Automatisierung und KI-getriebene Effizienzsteigerung verändern die Branche – und machen klassische IT-Strukturen überflüssig.
Ein bitterer Reminder: Der KI-Fortschritt schafft nicht nur neue Jobs, sondern verdrängt auch alte. Und während neue Start-ups KI feiern, erleben etablierte Firmen den Schatten der Disruption.
Quelle: Golem
KI auf hoher See: Autopilot für Containerschiffe gestartet
Das US-Unternehmen Mythos AI hat ein KI-gestütztes Navigationssystem auf einem chemischen Frachtschiff installiert. Der „Advanced Pilot Assistance System“ (APAS) soll nicht nur Hindernisse erkennen, sondern auch eigenständig navigieren – eine Art „Autopilot“ für den Ozean. Anders als klassische Systeme lernt APAS mit jeder Fahrt dazu: Machine Learning in Gummistiefeln, sozusagen.
Die Vision: KI soll nicht nur als Beifahrer dienen, sondern irgendwann selbst Kapitän werden – zumindest auf der Brücke. Ob wir bald Container per Code verschiffen? Möglich. Aber wer übernimmt dann das Fluchen beim Anlegen im Hafen?
Quelle: AI News
Fazit
Ob KI nun Code schreibt, Schiffe steuert oder Start-ups befeuert – sie wird immer mehr zum Werkzeugkasten der Zukunft. Aber je smarter die Systeme, desto drängender die Frage: Wer hält eigentlich den Schraubenschlüssel in der Hand?

