ChatGPT als App-Store, Google als Mauszeiger – wohin steuert die KI-Revolution?
Wer gewinnt das Rennen um die KI-Vorherrschaft – und warum ist das wichtig? Werden große Sprachmodelle bald so selbstverständlich wie Smartphones?
OpenAI will ChatGPT zum digitalen Betriebssystem machen – mit eigenem App-Ökosystem und vielleicht bald sogar Hardware. Google lässt seine KI jetzt wie einen Menschen durch Webseiten navigieren. Und SAPs Manager? Die hoffen, dass wenigstens ihr eigener Job sicher bleibt. Willkommen im neuen Alltag zwischen Fortschrittsrausch und Zukunftsangst.
Forschung & Entwicklung
Google bringt seiner KI bei, wie ein Mensch zu surfen
Mit dem neuen Modell „Gemini 2.5 Computer Use“ will Google eine Hürde überwinden, die KIs bislang oft stolpern ließ: Webseiten sind für Menschen gemacht, nicht für Maschinen. Doch genau das ändert sich jetzt. Das Modell erkennt visuelle Elemente auf dem Bildschirm – Buttons, Formulare, Menüs – und kann damit interagieren wie ein echter Nutzer. Oder anders gesagt: Die KI klickt, scrollt und navigiert wie du und ich.
Das eröffnet spannende Möglichkeiten: KI-Agenten könnten bald eigenständig Flüge buchen, Formulare ausfüllen oder Online-Recherchen erledigen – ganz ohne spezielle Schnittstellen. Die Grenze zwischen „Bot“ und „Benutzer“ verschwimmt. Aber wer haftet, wenn die KI versehentlich den falschen Flug bucht?
Quelle: The Verge AI
OpenAI kündigt ChatGPT als Plattform – und bald auch Hardware – an
OpenAI will mehr sein als nur ein Chatbot-Anbieter: Auf dem „Dev Day 2025“ hat CEO Sam Altman angekündigt, dass ChatGPT zum Herzstück eines neuen digitalen Ökosystems wird – inklusive App-Store-Funktionalität. Entwickler sollen eigene „GPTs“ bauen und direkt in die Plattform integrieren können. Klingt nach iPhone – nur mit KI statt Touchscreen.
Doch damit nicht genug: Auch eigene Hardware ist geplant. Noch ist unklar, ob wir demnächst ein „GPT-Phone“ in der Tasche haben werden oder ein smartes KI-Gerät fürs Büro. Klar ist: OpenAI will auf allen Ebenen mitmischen – von der Software bis zur Steckdose.
Quelle: VentureBeat AI
Modelle & Unternehmen
Googles KI-Suchmodus startet in Deutschland
Die klassische Google-Suche bekommt KI-Unterstützung – jetzt auch auf Deutsch. Der sogenannte „AI Mode“ liefert kontextbezogene Zusammenfassungen und Antworten statt nur Links. Wer z. B. nach „Wie funktioniert ein Wärmepumpen-Booster?“ fragt, bekommt künftig nicht nur Webseiten, sondern sofort eine KI-generierte Erklärung.
Ob das die Art, wie wir Informationen suchen (und finden), dauerhaft verändert? Wahrscheinlich. Ob dabei auch Fehler passieren können? Ebenfalls wahrscheinlich. Willkommen in der Suchmaschine 2.0 – powered by Wahrscheinlichkeit.
Quelle: Heise KI
Googles AI Mode: Jetzt in über 40 Ländern und 35 Sprachen
Google macht ernst mit globaler KI-Suche: Der AI Mode wird in 40 weiteren Ländern ausgerollt, darunter Frankreich, Brasilien und Indien. Auch 35 neue Sprachen sind dabei – von Hindi bis Polnisch. Damit wird die KI-gestützte Suche zum weltweiten Standardangebot.
Wenn KI unsere Fragen in jeder Sprache versteht und beantwortet – was bedeutet das für klassische Bildung, für Lehrer, für Lexika? Vielleicht wird der neue Leitsatz bald lauten: „Frag nicht Wikipedia. Frag Google – im AI Mode.“
Quelle: Google AI Blog
Gesellschaft & Politik
SAP-Manager über KI: „Aber wenigstens mein Job ist sicher“
Mit einem Augenzwinkern kommentiert SAPs Chief Operating Officer die wachsende Macht der KI: Entwickler sollten sich auf gewaltige Veränderungen einstellen – von neuen Tools bis hin zu völlig neuen Rollen. Doch auch Führungskräfte seien nicht immun, sagt er. Nur sein eigener Job? Der sei „zumindest heute“ noch sicher.
Die Aussage ist halb Witz, halb Warnung. Denn wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt, stellt sich die Frage: Welche Jobs bleiben übrig – und für wen? Vielleicht ist die wichtigste Fähigkeit der Zukunft nicht Programmieren, sondern Anpassen.
Quelle: Golem
Generative KI
OpenAI will ChatGPT zur Plattform für kreative KI-Apps machen
ChatGPT wird nicht nur klüger – sondern auch kreativer. Entwickler können künftig eigene Mini-Apps bauen, sogenannte „Custom GPTs“, die sich auf bestimmte Aufgaben spezialisieren: Gedichte schreiben, Code debuggen, Kochrezepte generieren – alles denkbar. Das erinnert an App-Stores, nur dass hier KI die Hauptrolle spielt.
Für Kreative, Startups und Entwickler bedeutet das: Der Weg zur eigenen KI-Anwendung war nie kürzer. Die Frage ist nur: Wenn jeder seine eigene GPT-KI bauen kann – wer braucht dann noch eine Website?
Quelle: VentureBeat AI
Machine-Learning in der Cloud: Amazon, Google und Microsoft im Vergleich
Wer mit generativer KI arbeiten will, braucht Maschinenpower – und die liefern die großen Cloud-Anbieter. Amazon, Google und Microsoft bieten spezialisierte Dienste für Machine Learning und kreative KI-Anwendungen: von Textgenerierung über Bild-KI bis hin zu Sprachsynthese.
Der Überblick zeigt: Wer heute ein KI-Projekt starten will, muss nicht bei null anfangen – sondern kann auf ganze Baukästen zurückgreifen. Aber Achtung: Wer bei den „Hyperscalern“ mietet, macht sich auch abhängig. Die Frage ist: Wie viel Freiheit bleibt im Wolkenkuckucksheim der KI?
Quelle: Heise KI
Fazit
Die KI-Zukunft kommt nicht – sie installiert sich gerade selbst. Ob als Suchmaschine mit Turbo, App-Baukasten oder digitaler Co-Pilot im Browser: Die Grenze zwischen Mensch und Maschine wird täglich poröser. Vielleicht ist nicht die Frage, ob dein Job von KI übernommen wird – sondern ob du bald einen GPT als Kollegen hast… mit besserer Kaffeepause.

