Milliarden, Maschinen und Moralfragen: KI wächst – aber wohin?
Wie verändert KI unseren Alltag – auch da, wo wir es nicht merken? Wann wird aus KI-Begeisterung gesunde Skepsis? Und was passiert, wenn große Sprachmodelle bald so selbstverständlich werden wie Smartphones?
Von gigantischen Rechenzentren bis zum Klassenzimmer: Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag – mit wachsenden Chancen und Konflikten. Heute schauen wir auf neue Zahlen von OpenAI, einen KI-getriebenen Schulstreit und die Frage, ob Elon Musk sich seine Vision von autonomen Robotaxis vergolden lässt.
Forschung & Entwicklung
OpenAI: 20 Milliarden Dollar Umsatz – und ein Rechenzentrum für die Ewigkeit
Sam Altman, Chef von OpenAI, hat in einem Gespräch mit Investoren verkündet: Sein Unternehmen steuert auf einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar zu. Noch beeindruckender ist allerdings die langfristige Vision: OpenAI soll sich an Rechenzentrums-Investitionen in Höhe von 1,4 Billionen Dollar (!) beteiligen. Das Ziel? Genug Rechenleistung für eine potenzielle „allgemeine KI“ – also eine künstliche Intelligenz, die nicht nur Texte vervollständigt, sondern echte Problemlösung beherrscht. Der Bau dieser Infrastruktur erinnert eher an ein Mondlandeprojekt als an ein Startup-Budget.
Quelle: TechCrunch AI
Modelle & Unternehmen
Elon Musk bekommt grünes Licht für Mega-Gehalt – auch dank KI-Visionen
Tesla-Aktionäre haben einem gigantischen Vergütungspaket für Elon Musk zugestimmt – bis zu 1 Billion Dollar schwer. Der Deal ist nicht nur finanziell spektakulär, sondern auch technologisch brisant: Musks Versprechen für die Zukunft von Tesla basiert stark auf KI – etwa durch autonome Fahrzeuge, Robotaxis und humanoide Roboter. Die Investoren setzen offenbar darauf, dass Musk sein KI-lastiges Zukunftsversprechen einlöst. Ob das Geld allerdings für Software oder Träume fließt, bleibt offen.
Quelle: The Verge AI
Gesellschaft & Politik
Digitalfunk im Panzer: Kein Empfang für KI im Leopard
Der Bundeswehr-Digitalfunk funktioniert nicht in Leopard-Panzern – ein Milliardenprojekt, das in der Kritik steht. Zwar geht es hier nicht direkt um KI, aber der Fall zeigt exemplarisch: Wenn schon einfache digitale Systeme scheitern, wie sollen dann komplexe KI-Anwendungen in der Verteidigung funktionieren? Während andere Länder über autonome Drohnen und KI-gesteuerte Entscheidungsunterstützung nachdenken, kämpft Deutschland mit Grundfunktionen. Vielleicht sollte man erst mal „Hallo“ sagen können, bevor man autonome Systeme losschickt.
Quelle: Golem
Generative KI
Schummeln mit Stil? Generative KI bringt Schulen ins Wanken
Ein Podcast von The Verge beleuchtet, wie generative KI – also Programme wie ChatGPT, die eigenständig Texte schreiben oder Aufgaben lösen können – das Bildungssystem herausfordert. Lehrerinnen und Lehrer berichten von massiven Problemen: Schüler lassen Hausarbeiten schreiben, Prüfungen werden zur Farce, und die klassische Bewertung von Wissen gerät ins Wanken. Was tun, wenn der Aufsatz besser klingt als der Schüler je gesprochen hat? Die große Frage: Müssen wir das Lernen neu denken – oder einfach besser prüfen, ob die KI mitgeschrieben hat?
Quelle: The Verge AI
Fazit
Während KI-Konzerne Milliarden investieren und Schulen mit Chatbots kämpfen, bleibt eine Frage offen: Wer programmiert eigentlich unsere Zukunft – und wer benotet sie? Vielleicht braucht es bald ein neues Fach: „Kritisches Denken mit KI – inklusive Fehlermeldungskunde“.

