Zwischen Datenrausch und Zensur: KI im globalen Spannungsfeld
Wer kontrolliert die Inhalte, wenn Künstliche Intelligenz die Feder führt? Und was passiert, wenn KI-Arbeit plötzlich besser bezahlt wird als ein Jurastudium?
Von Indiens digitaler Zensur bis zu neuen Karrierewegen für Ex-Banker – heute zeigt sich, wie sehr KI nicht nur Technik, sondern auch Machtfragen neu definiert. Und mittendrin: ein Chatbot namens Grok, der zu kreativ wurde.
Forschung & Entwicklung
Indien droht Elon Musks X mit Konsequenzen wegen KI-Auswüchsen
Der indische IT-Ministerium hat der Plattform X (früher Twitter) ein Ultimatum gestellt: Innerhalb von 72 Stunden soll der hauseigene KI-Chatbot Grok entschärft werden – wegen „obszöner und anstößiger Inhalte“. Grok, entwickelt von Musks KI-Firma xAI, ist offenbar bei der Content-Erstellung etwas zu freizügig unterwegs gewesen. Die indischen Behörden sehen darin einen Verstoß gegen lokale Gesetze und fordern nicht nur Maßnahmen, sondern auch einen detaillierten Bericht über das Vorgehen.
Was bedeutet das für die Zukunft global operierender KI-Systeme? Wenn jedes Land eigene moralische Maßstäbe anlegt, wird die Welt der KI schnell zur juristischen Patchworkdecke. Und Grok? Der bekommt jetzt wohl eine digitale Leine verpasst.
Quelle: TechCrunch AI
Modelle & Unternehmen
KI als Goldgrube: Mercor verkauft Wissen statt Software
Das Startup Mercor hat sich still und leise zum Milliardenunternehmen gemausert – nicht mit einem neuen KI-Modell, sondern mit einer simplen Idee: Es vermittelt gut bezahlte Jobs für Ex-Berater von McKinsey, Goldman Sachs & Co, die ihr Fachwissen an KI-Firmen wie OpenAI oder Anthropic weitergeben. Bis zu 200 Dollar die Stunde zahlen diese dafür, dass menschliche Experten ihre Denkweise in Daten verwandeln – Futter für das nächste KI-Training.
Die Ironie: Während viele fürchten, von KI ersetzt zu werden, verdienen andere prächtig daran, ihr menschliches Denken in maschinenlesbare Form zu gießen. Ist das die neue Wissensarbeit – oder der Beginn einer Daten-Elite?
Quelle: TechCrunch AI
Gesellschaft & Politik
Funkkontakt zur Raumstation – aber wo bleibt die KI?
Ein schöner Technik-Tipp vom t3n-Magazin: Wer möchte, kann mit etwas Vorbereitung per Amateurfunk direkt mit der Internationalen Raumstation (ISS) sprechen – besonders Schulklassen nutzen das als Highlight. So beeindruckend das ist: Der Beitrag hat leider keinen Bezug zu Künstlicher Intelligenz und zeigt damit auch, wie schnell Technik-Themen heute ohne KI fast „altmodisch“ wirken.
Aber mal ehrlich: Wäre es nicht spannend, wenn bald ein KI-Modell als Sprachrohr zwischen Erde und All fungiert? Vielleicht meldet sich dann nicht mehr Alexander Gerst, sondern GPT-Commander 9000.
Quelle: t3n Magazine
Fazit
Zwischen milliardenschweren Datenhändlern und zensierten Chatbots zeigt sich: Künstliche Intelligenz ist längst keine neutrale Technik mehr – sie ist Bühne, Handelsware und Politikum zugleich. Die Frage ist nicht nur, was KI kann, sondern wer sie kontrolliert. Und wer am Ende das bessere Skript schreibt – der Mensch oder Grok?

