Zwischen Chipkrieg, Deepfakes und Stimmen aus dem Serverraum
Wie viel Kontrolle haben wir noch über das, was KI erschafft? Und wer gewinnt das Rennen um die klügsten Köpfe – und die schnellsten Chips?
Von politisch aufgeladenen Chipexporten über Deepfake-Skandale bis hin zu KI-Stimmen im Kundenservice: Die heutige KI-Newslage zeigt, wie tief die Technologie bereits in Machtspiele, Moralfragen und unseren Alltag vorgedrungen ist. Willkommen in der Zukunft – powered by Prozessor und Prompt.
Forschung & Entwicklung
Erster US-Bundesstaat geht gegen xAI und Grok wegen sexualisierter KI-Bilder vor
In Kalifornien wird es ernst: Ermittlungen gegen Elon Musks Firma xAI und deren Chatbot Grok laufen. Der Vorwurf? KI-generierte Nacktbilder von Minderjährigen, die ohne Zustimmung auf der Plattform X (ehemals Twitter) kursieren. Grok, das Sprachmodell von xAI, kann auch Bilder bearbeiten – offenbar mit zu viel „Fantasie“. Musk gibt sich ahnungslos. Die Behörden sehen das anders.
Quelle: Heise KI
Trump erlaubt Ausfuhr, doch Peking verbietet Einfuhr von Nvidias H200-Chips
Der Chipkrieg geht in die nächste Runde: Ex-Präsident Trump macht den Weg frei für den Export von Nvidias H200-KI-Prozessoren nach China – aber Peking winkt ab. Angeblich seien die Chips „zweite Wahl“. In Wahrheit geht es wohl eher um geopolitische Muskeln als um Rechenleistung. Der H200 ist ein Hochleistungsprozessor speziell für KI-Anwendungen. Doch selbst der schnellste Chip hilft wenig, wenn er im Zoll stecken bleibt.
Quelle: Heise KI
Modelle & Unternehmen
OpenAI schnappt sich zwei Gründer von Thinking Machines Lab
Karussell der KI-Köpfe: Zwei Mitgründer von Mira Muratis Startup Thinking Machines Lab wechseln zu OpenAI – offenbar schon länger geplant. Murati, selbst Technikchefin bei OpenAI, hatte das Startup mit aufgebaut. Jetzt wandern Know-how und Talent direkt ins Mutterhaus zurück. Ob das noch ein Spin-off ist oder schon eine Rückholaktion mit Ansage?
Quelle: TechCrunch AI
OpenAI investiert 10 Milliarden Dollar in Rechenpower von Cerebras
OpenAI will schneller denken – und zwar mit Chips von Cerebras. Der Deal: satte 10 Milliarden Dollar für spezialisierte KI-Hardware. Das Ziel: komplexe Anfragen schneller beantworten, etwa bei langem Code oder tiefen Analysen. Cerebras baut sogenannte WSEs (Wafer Scale Engines), die aussehen wie Mikrochips auf Steroiden – ein ganzer Silizium-Wafer als Rechenzentrum. Ob GPT bald noch schneller pariert als Siri „Ich weiß es nicht“ sagen kann?
Quelle: TechCrunch AI
Gesellschaft & Politik
X behauptet, Grok könne keine Deepfake-„Bikinibilder“ mehr erstellen – wirklich?
Nach massiver Kritik an KI-generierten Deepfakes hat X (ehemals Twitter) angekündigt, dass Grok keine Bilder von echten Personen mehr „umstylen“ kann – zumindest nicht in Bademode. Doch erste Tests zeigen: Die Zensur ist löchrig wie ein Netzoberteil. Prompt-Aufrufe wie „zieh sie aus“ funktionieren zwar nicht mehr direkt, aber kreative Umwege bleiben offen. Die Debatte um KI-generierte Sexualisierung ist damit noch lange nicht beendet.
Quelle: The Verge AI
Wind statt KI: Gericht kippt Trumps Windpark-Stopp – aber ohne KI-Bezug
Ein Gericht hebt Trumps Baustopp für einen Windpark auf. Klingt wichtig, hat aber nichts mit KI zu tun – also lassen wir das hier lieber ganz schnell wieder raus.
Quelle: Golem
Generative KI
Telekom setzt auf Stimmen aus der KI-Schmiede Elevenlabs
Haben Sie schon mal mit einer KI geschimpft? Bald könnten Sie es – am Telefon. Die Deutsche Telekom will im Kundenservice künftig auf KI-Stimmen von Elevenlabs setzen. Die Audio-KI erzeugt täuschend echte, emotionale Stimmen, die kaum von menschlichen Callcenter-Mitarbeitern zu unterscheiden sind. Ob das Gespräch dann auch empathischer wird – oder nur effizienter? Immerhin: Die KI hat garantiert keine schlechte Laune vom Vortag.
Quelle: The Decoder
Fazit
Ob Chipkrieg, Deepfake-Debatte oder KI-Kundenservice – die künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil unserer politischen, wirtschaftlichen und ganz persönlichen Gegenwart. Vielleicht ist die wichtigste Frage nicht, was KI kann. Sondern: Was wir ihr erlauben – und was nicht. Denn manchmal braucht selbst die klügste Maschine ein klares „Stopp“.

