Neuronale Notizen vom 24. Januar 2026

Neuronale Notizen vom 24. Januar 2026

KI zwischen Kontrolle und Kontrollverlust

Wie weit darf KI gehen, bevor sie uns über den Kopf wächst? Und wie viel Vertrauen verdient eine Technologie, die wir ständig nachbessern müssen?

Ob in der Softwareentwicklung, in der Wirtschaft oder im Büroalltag – Künstliche Intelligenz ist allgegenwärtig. Heute werfen wir einen Blick auf neue Risiken, alte Abhängigkeiten und die Frage, ob generative KI wirklich die große Arbeitserleichterung ist, für die sie verkauft wird.

Forschung & Entwicklung

OpenAI warnt: Codex wird so mächtig, dass es gefährlich werden könnte

OpenAI hat neue Funktionen für sein Programmier-KI-Modell Codex angekündigt – und gleich selbst die Alarmglocken geläutet. Laut CEO Sam Altman erreicht das Update erstmals die Sicherheitsstufe „Hoch“ im internen Risikorahmen. Der Grund: Codex könne bald nicht nur Code schreiben, sondern auch Sicherheitslücken erkennen – und ausnutzen. Ein digitales Skalpell, das zum Schwert werden kann.

Altman spricht von „tiefgreifenden Auswirkungen auf Cyberangriff und -abwehr“. Was wie ein Sci-Fi-Szenario klingt, ist längst Realität: KI, die Sicherheitsbarrieren analysiert, könnte ein Segen für die IT-Sicherheit sein – oder ein Albtraum, wenn sie in die falschen Hände gerät.

Quelle: The Decoder


Modelle & Unternehmen

Yann LeCun baut sein eigenes Weltmodell – was plant der KI-Vordenker?

Yann LeCun, KI-Pionier und Chef-Wissenschaftler von Meta, hat ein neues Start-up gegründet: AMI Labs. Ziel ist nichts Geringeres als ein sogenanntes „World Model“ – eine KI, die nicht nur auf Sprache reagiert, sondern ein umfassendes Verständnis der Welt entwickelt. Klingt abstrakt? Man stelle sich eine KI vor, die nicht nur antwortet, sondern „versteht“, was ein Apfel ist – wie er aussieht, schmeckt, fällt und fault.

LeCuns Vision: KI-Systeme, die ähnlich wie Menschen lernen – durch Beobachtung, Interaktion und Erfahrung. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Aber wer „Weltmodell“ sagt, verspricht mindestens eine neue Denkdimension. Oder doch nur einen neuen Hype?

Quelle: TechCrunch AI

Davos 2024: Wenn KI die Weltwirtschaft überstrahlt

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos war eines klar: Die Klimakrise ist wichtig – aber KI ist wichtiger. Zumindest, wenn man nach der Präsenz der Tech-Giganten geht. Meta und Salesforce mieteten ganze Straßenzüge, KI-Diskussionen dominierten das Programm. Aus der elitären Wirtschaftskonferenz wurde eine Bühne für Tech-Visionen – und Tech-Ängste.

Dass KI dabei Themen wie Armut oder Umwelt in den Schatten stellt, wirft Fragen auf: Ist der Fortschritt blind für seine Nebenwirkungen? Oder ist KI tatsächlich der Schlüssel, um gleich mehrere globale Probleme zu lösen? Vielleicht hängt alles davon ab, wer das Mikrofon hält.

Quelle: TechCrunch AI


Gesellschaft & Politik

Digitale Souveränität: EU will KI-Abhängigkeit verringern

Die EU ist digital gesehen stark abhängig – über 80 Prozent der Cloud- und KI-Dienste kommen aus den USA oder China. Das Europaparlament fordert nun Gegenmaßnahmen: eigene Rechenzentren, europäische KI-Infrastruktur, mehr Förderung für heimische Anbieter. Ziel ist die sogenannte digitale Souveränität – ein sperriger Begriff für eine einfache Idee: Wer die Technologie kontrolliert, kontrolliert auch die Spielregeln.

Doch lässt sich ein Kontinent digital unabhängig machen, ohne das Rad neu zu erfinden? Oder droht ein teures Paralleluniversum, das am Ende doch wieder auf Amazon-Servern läuft?

Quelle: Golem


Generative KI

Generative KI spart Zeit – aber nur, wenn man sie nicht korrigieren muss

Eine neue Umfrage zeigt: Angestellte nutzen KI-Tools wie ChatGPT oder DALL·E zunehmend im Arbeitsalltag – vor allem, um Zeit zu sparen. Doch die Erleichterung hat ihren Preis: Mehr als die Hälfte der Befragten musste regelmäßig KI-Fehler ausbügeln. Aus „Zeitersparnis“ wird so schnell „Nacharbeit deluxe“.

Ob bei Texten, Präsentationen oder Code: Generative KI kann viel – aber eben nicht alles. Und wenn aus einem „Bitte schreibe eine E-Mail“ plötzlich ein peinlicher Fauxpas wird, fragt man sich: Wer kontrolliert hier wen? Die KI uns – oder wir sie? Vielleicht braucht es künftig nicht nur Prompt Engineers, sondern auch KI-Korrektoren mit Humor und Geduld.

Quelle: Heise KI


Fazit

Die KI-Versprechen klingen oft wie Magie – aber manchmal ist es nur ein Zaubertrick mit vielen Nebeneffekten. Zwischen Kontrollillusion, Weltmodellen und Büro-Korrekturschleifen bleibt eine Frage offen: Ist die künstliche Intelligenz wirklich schlauer geworden – oder nur besser darin, uns zu beschäftigen?

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