KI im Labor, im Parlament und im Werbespot – wer kontrolliert die Zukunft?
Wann wird aus KI-Begeisterung gesunde Skepsis? Brauchen wir wirklich KI für alles – oder nur für das Richtige?
Heute werfen wir einen Blick auf neue Tools für die Wissenschaft, Milliarden für KI-Unternehmen, politische Reibungen in Europa – und auf eine generative KI-Welle, die sich neu erfindet. Zwischen Fortschritt und Framing stellt sich die Frage: Wer zieht hier eigentlich die digitalen Fäden?
Forschung & Entwicklung
OpenAI bringt ChatGPT direkt ins Labor – mit „Prism“
OpenAI hat ein neues Werkzeug vorgestellt, das sich speziell an Wissenschaftlerinnen und Forscher richtet: „Prism“ ist ein textbasiertes Schreibtool, das ChatGPT direkt in den Arbeitsprozess wissenschaftlicher Publikationen integriert. Statt zwischen Word-Dokument und Chatbot hin- und herzuwechseln, schreibt man direkt mit KI-Hilfe – inklusive Vorschlägen für Formulierungen, Zusammenfassungen und sogar Zitierstile. Sozusagen: Der digitale Laborassistent, der nie schläft und keine Kaffeepausen braucht.
Quelle: MIT Tech Review AI
Modelle & Unternehmen
Meta will, dass du Rechenzentren magst – wirklich sehr magst
Meta (ehemals Facebook) hat über sechs Millionen Dollar in eine Werbekampagne gesteckt, um das Image von Rechenzentren aufzupolieren. Mit charmant-folkloristischen Clips werden Bürger von Sacramento bis Washington davon überzeugt, dass Serverhallen nicht nur Strom ziehen, sondern auch Fortschritt bringen – vor allem für KI-Anwendungen wie Sprachmodelle oder Bildgeneratoren. Der Subtext: Ohne diese Datenburgen keine künstliche Intelligenz. Bleibt nur die Frage: Wer überzeugt Meta, dass Transparenz vielleicht besser wirkt als Werbejingles?
Quelle: The Verge AI
Anthropic will 20 Milliarden Dollar – und Investoren scheinen bereit
Das KI-Startup Anthropic, bekannt für sein Sprachmodell Claude, will laut Berichten satte 20 Milliarden Dollar Kapital einsammeln – bei einer Bewertung von über 300 Milliarden. Damit würde das Unternehmen in eine Liga mit Tech-Giganten wie Google oder Amazon aufsteigen. Und das alles, um weiter an sicheren und leistungsfähigen KI-Systemen zu arbeiten. Es wirkt fast so, als wären KI-Modelle die neuen Goldminen – nur dass man statt Spitzhacke Rechenleistung braucht.
Quelle: TechCrunch AI
Gesellschaft & Politik
EU-Parlament bremst KI-Großreform – der „digitale Omnibus“ stockt
Die EU-Kommission wollte mehrere Gesetzesvorhaben zu Daten- und KI-Regulierung elegant bündeln – wie ein „Omnibus“, der alle mitnimmt. Doch das Parlament winkt ab: Zu viel auf einmal, zu wenig Klarheit. Statt Fortschritt droht nun Bürokratie-Stau. Dabei geht es um zentrale Fragen: Wer darf KI-Daten nutzen? Wer haftet bei Fehlentscheidungen? Und wie schützt man Grundrechte im Zeitalter der Algorithmen? Die nächste Haltestelle für den Omnibus: Nachverhandlungen.
Quelle: Heise KI
Generative KI
Von Chatbots zu Agenten: Databricks sieht neue Welle der KI-Nutzung
Das Datenunternehmen Databricks hat einen Trend ausgemacht: Statt bloßer Spielereien mit Chatbots setzen Unternehmen zunehmend auf sogenannte „agentische Systeme“. Klingt nach Science-Fiction, meint aber intelligente KI-Programme, die Aufgaben eigenständig steuern – etwa Texte schreiben, E-Mails sortieren oder Prozesse automatisieren. Die erste Welle der generativen KI war laut Databricks oft enttäuschend: viel Hype, wenig Wirkung. Jetzt beginnt Phase zwei – mit echten Workflows statt bloßem Smalltalk mit der Maschine.
Quelle: AI News
Fazit
Ob wissenschaftlicher Co-Autor, politischer Streitfall oder Werbestar im Cowboyhut – KI ist überall. Doch während die Technik voranschreitet, hinkt das Vertrauen oft hinterher. Vielleicht brauchen wir nicht nur klügere Maschinen, sondern auch klügere Fragen. Zum Beispiel: Wer programmiert eigentlich unsere Zukunft – und warum?

