Chipkrieg, Cloud-Kater und KI-Kunst: Wer gewinnt das Rennen um die Zukunft?
Wie verändern sich Machtverhältnisse, wenn KI zur strategischen Waffe wird? Wird aus der KI-Euphorie bald eine ernüchternde Realität?
Von geopolitischem Ringen um KI-Chips bis hin zu Unternehmen, die Milliarden mit KI-Werbung einnehmen – die künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern ein wirtschaftlicher und politischer Machtfaktor. Doch nicht alles läuft rund: Zwischen Hype und Realität zeigt sich, wo es hakt – und wo es richtig knallt.
Forschung & Entwicklung
Vielleicht kauft China doch Nvidias H200-Chips
Erst verboten die USA den Export leistungsstarker KI-Chips wie Nvidias H100 und H200 nach China – aus Sorge, sie könnten militärisch genutzt werden. Dann blockierte China kurzerhand den Import. Jetzt die überraschende Wende: Peking erlaubt unter Auflagen doch wieder den Bezug dieser Chips. Bestellungen? Fehlanzeige. Noch.
Die Chips sind das Herzstück moderner KI-Systeme – ohne sie läuft kein Sprachmodell, kein Bildgenerator, kein autonomes Auto. Es geht also nicht nur um Technik, sondern um geopolitische Kontrolle. Man könnte sagen: Wer die Chips hat, hat die Macht über die Maschinen.
Quelle: Heise KI
Modelle & Unternehmen
Microsoft: Starke KI-Zahlen, schwache Börsenstimmung
Microsofts Quartalszahlen glänzen: Umsatz und Gewinn steigen stärker als erwartet. KI-Dienste wie Copilot und Azure AI boomen. Doch der Ausblick auf das Cloud-Geschäft enttäuscht – und die Aktie fällt. Die Börse reagiert empfindlich, wenn der KI-Turbo mal kurz stottert.
KI ist bei Microsoft längst kein Nebenschauplatz mehr, sondern zentraler Wachstumsmotor. Doch auch ein Supercomputer will gefüttert werden – mit Energie, Chips und Vertrauen. Und das alles ist derzeit teurer denn je.
Quelle: Heise KI
Meta verdient kräftig – dank KI-Werbung zum Premiumpreis
Meta hat es wieder getan: Die Preise für Werbung steigen – und die Werbekunden zahlen trotzdem. Warum? Weil Metas KI-Algorithmen immer gezielter ausspielen, was wir angeblich sehen wollen. Ergebnis: Mehr Umsatz, mehr Gewinn, weniger Steuern. Ein KI-Werbemärchen mit Happy End – zumindest fürs Unternehmen.
Doch wie lange lassen sich Nutzerinnen und Nutzer noch freiwillig von personalisierten KI-Werbespots berieseln? Oder merken wir es gar nicht mehr, weil der Algorithmus uns längst besser kennt als wir selbst?
Quelle: Heise KI
Gesellschaft & Politik
KI im Großunternehmen: Warum Prototypen oft im Sand verlaufen
Franny Hsiao von Salesforce bringt es auf den Punkt: Viele Firmen basteln begeistert an KI-Prototypen – doch der Sprung in den echten Betrieb gelingt selten. Warum? Weil die Architektur fehlt, um aus einer guten Idee ein verlässliches System zu machen. KI ist eben nicht nur ein Modell, sondern ein Puzzle aus Daten, Infrastruktur und Prozessen.
Die Lektion: Wer KI ernsthaft im Unternehmen einsetzen will, braucht mehr als eine Demo auf der Konferenzbühne. Vielleicht sogar weniger Vision – und mehr DevOps.
Quelle: AI News
Generative KI
Von der Demo zur Dauerlösung: Generative KI in der Praxis
Salesforce-Expertin Franny Hsiao warnt: Generative KI lässt sich zwar schnell aufsetzen – ein paar Klicks, ein schickes Textmodell, fertig. Doch der Weg zur skalierbaren Lösung ist steinig. Wer aus einem Textgenerator ein verlässliches Business-Tool machen will, muss Datenqualität, Sicherheit und Integration meistern. Sonst bleibt’s beim Spielzeug.
Heißt konkret: Ein Chatbot, der Verträge zusammenfasst, ist nett. Einer, der sie versteht, prüft und rechtssicher verarbeitet – das ist die eigentliche Revolution. Aber die braucht Geduld. Und gute Ingenieure.
Quelle: AI News
Fazit
Ob Chips, Clouds oder Chatbots – KI ist längst nicht mehr die Zukunft, sondern das Jetzt. Aber während Konzerne Milliarden verdienen und Staaten um Silizium streiten, zeigt sich: Die wirklich schwierige Frage ist nicht, was KI kann. Sondern was wir mit ihr anfangen wollen. Vielleicht wäre ein bisschen weniger Hype – und ein bisschen mehr Haltung – ein guter Anfang.

