Neuronale Notizen vom 11. Februar 2026

Neuronale Notizen vom 11. Februar 2026

KI im Schatten, auf dem OP-Tisch und bald im Amazon-Warenkorb?

Wie verändert KI unseren Alltag – auch da, wo wir es gar nicht mitbekommen? Was passiert, wenn die Technik schneller operiert als die Ethik? Und wer verkauft bald unsere Texte an Maschinen?

Von heimlich eingesetzter Büro-KI über gefährliche Updates im OP bis hin zu Amazons Plänen für einen KI-Inhaltsbasar: Heute werfen wir einen Blick auf die sichtbaren und unsichtbaren Seiten der künstlichen Intelligenz. Spoiler: Unsichtbar heißt nicht ungefährlich.

Forschung & Entwicklung

80 Prozent der Firmen nutzen KI: Microsoft warnt vor gefährlicher Schatten-KI

Sie heißt „Schatten-KI“ – und klingt nicht zufällig wie ein Bösewicht aus einem Science-Fiction-Film. Gemeint ist damit KI, die von Mitarbeitern genutzt wird, ohne dass die IT-Abteilung davon weiß. Microsoft schlägt Alarm: In vier von fünf Unternehmen kommt KI bereits zum Einsatz, aber oft ohne Kontrolle oder Sicherheitskonzept. Das kann fatale Folgen haben, etwa wenn sensible Daten in externe Modelle eingespeist werden oder Systeme unbemerkt Entscheidungen treffen. Die IT-Schattenwelt wächst – und mit ihr das Risiko für Unternehmen.

Quelle: Heise KI

ChatGPT bekommt Dokumentenleser: Deep-Dives jetzt im XXL-Format

OpenAI verpasst ChatGPT ein Upgrade für alle, die gerne tiefer graben: Der sogenannte „Deep Research Mode“ bekommt einen integrierten Dokumentenbetrachter. Damit lassen sich KI-generierte Analysen nun komfortabel in einem separaten Fenster durchblättern – wie ein digitales Dossier. Besonders praktisch: Man kann gezielt zu bestimmten Abschnitten springen, statt sich durch den gesamten Chatverlauf zu scrollen. Ob ChatGPT damit zum neuen Lieblings-Analysten für Studierende, Journalisten und Büro-Ninjas wird?

Quelle: The Verge AI


Modelle & Unternehmen

OpenAI feuert Ethik-Chefin – Streit um “Erwachsenenmodus” bei Chatbots

Drama bei OpenAI: Eine hochrangige Managerin, die sich intern gegen einen sogenannten “Adult Mode” für Chatbots ausgesprochen hatte, wurde nun entlassen. Offiziell wegen Diskriminierungsvorwürfen – die sie jedoch bestreitet. Der Vorfall wirft Fragen auf: Wie viel Einfluss haben Ethik-Teams bei KI-Konzernen wirklich? Und was passiert, wenn sie unbequem werden? Transparenz sieht anders aus – oder wie ChatGPT sagen würde: „Das ist leider außerhalb meines Trainingsdatensatzes.“

Quelle: TechCrunch AI

Amazon plant Marktplatz für Inhalte – zum Verkauf an KI-Firmen

KI braucht Futter – und Amazon will das Buffet liefern. Laut neuen Berichten plant der Konzern eine Plattform, auf der Medienhäuser ihre Artikel, Videos oder Podcasts direkt an KI-Unternehmen lizenzieren können. Das Ziel: eine offizielle Pipeline für Trainingsdaten. Klingt nach Win-Win – doch Kritiker warnen: Wer kontrolliert, was dort landet? Und was passiert mit kleinen Medien, wenn ihre Inhalte plötzlich millionenfach von Bots „gelesen“ werden, ohne dass sie mitverdienen?

Quelle: TechCrunch AI


Gesellschaft & Politik

KI im OP: Wenn ein Update Leben gefährdet

Eigentlich sollte das neue KI-System im Operationssaal für präzisere Entscheidungen sorgen. Doch ein aktueller Bericht zeigt: Nach einem Software-Update kam es zu Fehlfunktionen, die Patientinnen und Patienten direkt gefährdeten. Die Ursache? Schwer nachvollziehbar. Die Folgen? Potenziell tödlich. Besonders brisant: Die zuständigen Behörden haben kaum Möglichkeiten, solche Systeme zu überprüfen – denn medizinische KI unterliegt nicht denselben Standards wie klassische Medizintechnik. KI als stille Assistenz im OP – oder tickende Zeitbombe?

Quelle: t3n Magazine

Seekabel, Spionage, KI: NATO testet superschnelle Reaktion auf digitale Sabotage

Was hat ein Seekabel mit KI zu tun? Eine ganze Menge – wenn es um Datenströme geht. Die NATO will künftig innerhalb einer Stunde auf Angriffe gegen Unterseekabel reagieren können. Der Grund: Solche Kabel transportieren nicht nur Internet, sondern auch KI-Daten, Cloud-Verbindungen und militärische Kommunikation. Ohne sie wäre die schönste künstliche Intelligenz nur ein sehr schlauer, aber isolierter Inselbewohner. Willkommen im Zeitalter der physischen Cyberabwehr.

Quelle: Golem


Fazit

Ob Schatten-KI im Büro, ethischer Streit im Konzern oder OP-Updates mit Nebenwirkungen – künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Alltag mit Nebenwirkungen. Vielleicht brauchen wir bald nicht nur Datenschutzbeauftragte, sondern auch KI-Therapeuten. Oder wenigstens eine Hotline: „Drücken Sie 1, wenn Ihre KI gerade Ihr Meeting übernommen hat.“

Schreibe einen Kommentar