Neuronale Notizen vom 13. Februar 2026

Neuronale Notizen vom 13. Februar 2026

KI-Offensive aus Fernost: Chinas GLM-5 mischt den Code-Kosmos auf

Welche KI-Entwicklungen von heute überleben den Hype? Wer entscheidet künftig, was „intelligente“ Software können muss – Konzerne oder Communities?

Ein Open-Source-Modell aus China tritt gegen die Giganten an, Pinterest vergleicht sich mit ChatGPT – und bei der Bahn wird über KI-Bodycams gestritten. Willkommen zu einem Tag voller Rechenpower, Selbstüberschätzung und Datenschutzdebatten.

Forschung & Entwicklung

GLM-5: Chinas Open-Source-KI will GPT-5.2 und Claude beim Programmieren überholen

Die chinesische Firma Zhipu AI bringt mit GLM-5 ein neues Sprachmodell auf den Markt – und das gleich in mehreren Varianten. Die größte davon, GLM-5 9B, ist frei verfügbar und soll bei Programmieraufgaben auf Augenhöhe mit US-Spitzenmodellen wie GPT-5.2 und Claude Opus 4.5 agieren. Besonders spannend: GLM-5 wurde explizit für sogenannte Agenten-Aufgaben trainiert – also Aufgaben, bei denen KI-Systeme eigenständig handeln und Entscheidungen treffen.

Ein bisschen klingt das wie: „David gegen Goliath – diesmal mit Python-Code“. Doch wer den Codekrieg wirklich gewinnt, entscheidet sich nicht allein an Benchmarks, sondern auch daran, wer mehr Entwicklerherzen erobert. Vielleicht ist GLM-5 ja der Indie-Hit unter den Sprachmodellen?

Quelle: The Decoder


Modelle & Unternehmen

Pinterest behauptet: „Mehr Suchanfragen als ChatGPT“ – Realität oder Wunschdenken?

Wenn die Gewinne ausbleiben, hilft manchmal ein kühner Vergleich: Pinterest meldet enttäuschende Quartalszahlen – und kontert mit der Aussage, man verzeichne mehr Suchanfragen als ChatGPT. Klingt imposant, doch was genau wird da eigentlich verglichen? Die Nutzung einer Bild-Pinnwand mit einem KI-Sprachmodell? Äpfel mit neuronalen Birnen?

Ob Pinterest damit Investoren beruhigt oder eher verwirrt, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Wenn selbst Social-Media-Plattformen sich mit KI messen, zeigt das, wie tief Künstliche Intelligenz inzwischen im Tech-Selbstverständnis verankert ist. KI ist das neue „Wir haben auch Blockchain“.

Quelle: TechCrunch AI

NVIDIA AI Day in São Paulo: KI zum Anfassen – und Anbeten?

Beim ersten „NVIDIA AI Day“ in Brasilien drehte sich alles um drei Dinge: Rechenleistung, Rechenleistung, Rechenleistung. Oder wie NVIDIA es nennt: Code, Compute und Connection. Der Tech-Gigant präsentierte seine neuesten Entwicklungen für KI-Infrastruktur – also die Chips und Plattformen, auf denen Sprachmodelle wie GPT überhaupt erst laufen können.

Der Event war eine Mischung aus Fachkonferenz und KI-Gottesdienst – mit dem Unterschied, dass hier keine Hostien verteilt wurden, sondern GPU-Zeit. Wer heute KI machen will, kommt an NVIDIA nicht vorbei. Aber ist das noch Innovation – oder schon Abhängigkeit?

Quelle: NVIDIA Blog


Gesellschaft & Politik

Bahn setzt auf Bodycams mit KI – doch die Belegschaft ist gespalten

Die Deutsche Bahn rüstet auf: In großem Stil werden Bodycams für Sicherheitsmitarbeiter eingekauft – laut Gesamtbetriebsrat sogar der „gesamte Markt leergekauft“. Die Kameras sollen mit KI-Unterstützung arbeiten, etwa zur Gesichtserkennung oder zur automatischen Erkennung von Eskalationen.

Doch nicht alle sind begeistert. Einige Mitarbeiter sehen die Technik eher als Überwachungsinstrument denn als Hilfe. Die Frage bleibt: Macht Technik den Arbeitsplatz sicherer – oder nur kontrollierbarer? Und wie viel Entscheidungsfreiheit bleibt dem Menschen, wenn die Kamera mitdenkt?

Quelle: Golem


Fazit

Ob GLM-5 als Open-Source-Rebell, Pinterest als KI-Vergleichskünstler oder die Bahn mit ihren Bodycams – überall zeigt sich: Künstliche Intelligenz ist längst mehr als nur ein Forschungsthema. Sie wird zum Maßstab, zum Verkaufsargument und manchmal auch zum Vorwand. Vielleicht wird es Zeit, dass wir nicht nur fragen, was KI kann – sondern auch, was wir wirklich von ihr wollen.

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